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Durchlaufzeit, Definition und Formel
von Joannès Vermorel, letzte Revision: Dezember 2011Durchlaufzeit ist die Zeitspanne zwischen einer Bestellung und der erneuten Verfügbarkeit auf Lager, nach Erhalt der bestellten Waren. Durchlaufzeit spielt eine wesentliche Rolle bei der Bestandsoptimierung.
Durchlaufzeit hat je nach Branche distinkte Bedeutungen. Auf dieser Seite befassen wir uns mit der Durchlaufzeit im Bezug auf die Supply Chain, d. h. einem der Schlüsselfaktoren, die berücksichtigt werden müssen, um den Lagerbestand zu optimieren. Dieser Gesichtspunkt ist insbesondere für Einzel- und Großhändler von Bedeutung.
Die meisen Unternehmen können ihren Lagerbestand nicht
ummittelbar wieder auffüllen. Von daher muss der Disponent, unter der Annahme, dass eine Bestellung unmittelbar durchgeführt wird, abschätzen können, wieviel Lagerbestand zwischen jetzt und der nächsten Wiederaustockung des Lagerbestands bestellt (oder konsumiert) wird, um garantieren zu können, dass die Häufigkeit von Fehlbeständen auf ein Minimum reduziert wird.
Lassen Sie uns einige, für die Supply Chain typische, Beispiele überprüfen:
- 1 Tag Durchlaufzeit für Lieferungen am nächsten Tag, für Geschäfte, die ihre Lagerbestandsauffüllungen von einem regionalen Warenlager erhalten.
- 1 Woche Durchlaufzeit für Großhändler, die von einem lokalen Hersteller bestellen.
- 3 Monate Durchlaufzeit für einen in Asien produzierenden Hersteller mit einem Warenlager in Europa oder Nordamerika.
Je länger die Durchlaufzeit, desto höher der Gesamtbestand. Tatsächlich enthält der Gesamtbestand beides, den vorhandenen
Warenbestand und die
Lagerbestellungen. Längere Durchlaufzeiten erhöhen außerdem die Abhängigkeit des bestellenden Unternehmens von der Prognosengenauigkeit. Tatsächlich gilt, wenn eine Lieferung am nächsten Tag verfügbar ist, können fehlerhafte Bestellungen (zu viel bzw. zu wenig) innerhalb von 2 bis 3 Tagen durch Korrekturmaßnahmen ausgeglichen werden. Im Fall eines Übersee-Versands können fehlerhafte Bestellungen für ein Unternehmen negative Auswirkungen für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten oder sogar länger bedeuten.
Schwankende Durchlaufzeiten
Das klassische Sicherheitsbestandsmodell geht davon aus, dass Durchlaufzeit eine Konstante ist, die in den Berechnungen des optimalen Reorder-Points berücksichtigt wird. In der Praxis zeigt es sich jedoch, dass es für bemessene Durchlaufzeiten typisch ist, zu variieren.
Die erste Ursache für eine schwankende, in Kalendertagen gemessene Durchlaufzeit, sind die Öffnungszeiten des Lieferanten, der eventuell an ein oder zwei Tagen pro Woche
geschlossen hat (z.B.: keine Lieferungen am Wochenende), wodurch die (Kalender)-Durchlaufzeit dementsprechend um ein bis zwei Tage verlängert werden kann. Nationale Feiertage können starke Abweichungen zwischen Kalender- und Werktagen um bis zu 3 oder 4 Tagen verursachen.
Die zweite Ursache für eine schwankende Durchlaufzeit ist ein
Fehlbestand seitens des Lieferanten. Ist dies der Fall, muss der Lieferant mit der Auslieferung warten, bis der eigene Lagerbestand wieder aufgefüllt ist. Abhängig von der Durchlaufzeit des Lieferanten, kann, im Vergleich zu herkömmlichen Umständen, ein Fehlbestand seitens des Lieferanten eine signifikante Erhöhung der Durchlaufzeit bedeuten.
Messung der Durchlaufzeit
Da es sich bei der Durchlaufzeit um keine Konstante handelt, ist es gewöhnlich wichtig, die Durchlaufzeit für jede Bestellung und Erhalt zu überwachen. Zum einen erhält man die Möglichkeit die Leistung des Lieferanten zu überwachen. Zum anderen können somit Lagerbestände entsprechend optimiert werden.
Lokad hat die Lösung: Wir konnten beobachten, dass einige Unternehmen ihre Auftragsrückstände nicht ordnungsgemäß mit den Eingängen abgleichen. Entsprechend ist es nicht eindeutig, ob Artikel, die beispielsweise täglich bestellt werden, wenn Artikel eingehen, am Tag zuvor bestellt wurden, oder ob es sich um einen verspäteten Wareingang von einem früheren Lieferrückstand handelt. Eine präzise Abstimmung zwischen Bestellungen und Wareneingängen ist für die Messung der Durchlaufzeit und Erstellung einer Supplier Scorecard zur Lieferantenbewertung unerlässlich.
Literaturhinweise

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Salescast. Lokad hat sich auf die Optimierung von Lagerbeständen durch Bedarfsprognosen spezialisiert. Durchlaufzeit-Management - und vieles mehr - gehört zum Service von Salescast.