ABC-Analyse-(Lagerbestand) Definition - Software zur Bestandsoptimierung

ABC-Analyse (Lagerbestand)


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von Joffrey Collignon, Joannes Vermorel, Februar 2012

Die Bestandsoptimierung in der Wertschöpfungskette stellt die ABC-Analyse eine Methode zur Kategorisierung des Lagerbestands dar, die aus der Unterteilung der Artikel in drei Kategorien, A, B und C besteht. A steht für die wertvollsten Artikel, C für die am wenig wichtigsten Artikel. Diese Methode lenkt die Aufmerksamkeit der Manager auf die wenig wichtigen (A-Ware) und nicht die unbedeutsamen, zahlreich vorhandenen Artikel (C-Ware).

Priorisierung der Aufmerksamkeit des Managements

Die Lagerbestandsoptimierung ist entscheidend, um die Kosten innerhalb der Wertschöpfungskette unter Kontrolle zu halten. Um dennoch das meiste aus dem Engagement des Managements zu erhalten, ist es besonders wichtig, sich auf die für das Unternehmen am teuersten Posten zu konzentrieren.

Das Paretoprinzip sagt aus, dass 80% des Gesamtverbrauchswert lediglich auf 20% des gesamten Lagerbestands basiert. In anderen Worten bedeutet das, dass die Nachfrage sich nicht gleichmäßig auf die Artikel verteilt: Spitzenreiter sind dem Rest überlegen.

Der ABC-Ansatz empfiehlt Unternehmen, bei der Überprüfung des Lagerbestands die Ware in Kategorien von A bis C zu unterteilen. Die Bewertung basiert auf folgenden Regeln:

  • A-Artikel sind Waren, deren jährlicher Verbrauchswert der höchste ist. Die höchsten 70-80% des jährlichen Verbrauchswerts machen normalerweise 10-20% des gesamten Lagerbestands aus.
  • C-Artikel sind vielmehr Artikel mit dem niedrigsten Verbrauchswert. Die unteren 5% des jährlichen Verbrauchswert machen normalerweise 50% des gesamten Lagerbestands aus.
  • B-Artikel liegen mit einem mittleren Verbrauchswert im Mittelfeld. Die 15-25% des jährlichen Verbrauchswert machen normalerweise 30% des gesamten Lagerbestands aus.

Der jährliche Verbrauchswert wird anhand folgender Formel berechnet: (Jahresbedarf) x (Artikelkosten pro Einheit).

Anhand der Kategorisierung kann der Supply Manager die Gefahrenquellen des Lagerbestands identifizieren und diese vom Rest der Ware unterscheiden. Dies bezieht sich vor allem auf Waren, die zahlreich vorhanden, jedoch wenig rentabel sind.

eCommerce Beispiel

Image Das oben dargestellte Diagramm veranschaulicht die Jahresumsatzverteilung eines US eCommerce im Jahr 2011 für alle Produkte, die mindestens einmal verkauft wurden. Die Produkte werden, beginnend mit dem höchstem Umsatz, eingeteilt. Aus 17.000 Referenzdaten wird folgendes geschlossen:

  • Die oberen 2.500 Produkte (oberen 15%) entsprechen 70% des Absatzes.
  • Die mittleren 4.000 Produkte (mittleren 25%) entsprechen 20% des Absatzes.
  • Die unteren 10.500 Produkte (unteren 60%) entsprechen 10% des Absatzes.

Dieses Beispiel erinnern stark an die kanonische Pareto-Situation.

Richtlinien des Lagerbestandsmanagements

Die auf der ABC-Analyse basierenden Richtlinien unterstützen das vom Pareot-Prinzip aufgeführte Absatz-Ungleichgewicht. Daraus wird entnommen, dass jeder Warenposten eine ausgewogene Behandlung, entsprechend seiner Klassifizierung, erhalten sollte:

  • A-Artikel sollten einer strengen Lagerbestandskontrolle, höher abgesicherten Lagerbereichen und besseren Umsatzprognosen unterliegen. Nachbestellungen sollten häufig, entweder wöchentlich oder sogar täglich, erfolgen. Die Vermeidung eines Fehlbestands für Warenposten der Kategorie A, sollte zu den obersten Prioritäten gehören.
  • Nachbestellungen von C-Artikeln erfolgen weniger häufig. Eine typische Lagerhaltungsstrategie für C-Artikel besteht aus einem vorrätigen Lagerbestand von nur 1 Einheit und Nachbestellung bei tatsächlichem Verkauf des Artikels. Dieser Ansatz führt zu einem Fehlbestand nach jedem Verkauf. Diese Situation ist verträglich, da C-Artikel sich sowohl durch eine niedrige Nachfrage, als auch ein höheres Risiko für übermäßige Lagerkosten auszeichnen. Für Warenposten der Kategorie C stellt sich nicht etwa die Frage: Wieviele Einheiten haben wir auf Lager, sondern: Möchten wir diesen Artikel weiterhin behalten?
  • B-Artikel profitieren von der mittleren Position zwischen A und C. Ein wichtiger Aspekt der Klasse B ist die Überwachung potentzieller Entwicklungen mit Annäherung zur Kategorie A, bzw. zur Kategorie C.

Die Unterteilung in die Kategorien A, B und C ist relativ willkürlich. Diese Gruppierungen repräsentieren lediglich eine eher geradlinige Interpretation des Pareto-Prinzips. In der Praxis ist das Umsatzvolumen nicht die einzige Metrik, anhand deren die Wichtigkeit eines Artikels bewertet wird. Margen, jedoch auch die Auswirkungen eines Fehlbestands auf das Unternehmen des Kunden, sollten die Lagerhaltungsstrategie ebenfalls beeinflussen.

Lokad hat die Lösung

Das Pareto-Prinzip ist über ein Jahrhundert alt und die ABC-Analyse wird bereits ebenfalls seit mehreren Jahrzehnten verwendet. Diese Konzepte bieten interessante Einblicke in die Wertschöpfungskette, sind jedoch unserer Meinung nach zu einem gewissen Grad nicht ausreichend. Somit wird ein modernerer Ansatz mit eingebracht, bei dem eine Software die Massen des Lagerbestandsmanagements automatisieren kann. Für Umsatzprognosen können mit Tools, wie etwa unserem Prognose-Engine A-, B- und C-Artikel, nach Einspielen der historischen Daten, ohne jeglichen zusätzlichen Aufwand prognostiziert werden.

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