Durchlaufzeit, Definition und Formel - Software zur Bestandsoptimierung

Durchlaufzeit, Definition und Formel


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von Joannès Vermorel, letzte Revision: November 2014

Die Durchlaufzeit ist die anwendbare Laufzeit für Bestandskontrolle. Diese Laufzeit setzt sich normalerweise aus der Summer der Lieferzeit, also die Zeit ab Bestellung, die der Lieferanten benötigt, um die Güter zu liefern, und die Nachbestellungszeit, also die Zeit bis zur nächste Nachbestellmöglichkeit. Diese Durchlaufzeit wird gewöhnlich in Tagen berechnet.

Die Durchlaufzeit hat je nach Branche unterschiedliche Bedeutungen. Auf dieser Seite befassen wir uns mit der Durchlaufzeit im Bezug auf die Bestandskontrolle, d. h. als einer der Schlüsselfaktoren, die berücksichtigt werden müssen, um den Lagerbestand zu optimieren. Dieser Gesichtspunkt ist insbesondere für Einzel- und Großhändler von Bedeutung.

Lieferzeit

Die meisten Unternehmen können ihren Lagerbestand nicht unmittelbar durch einen Lieferanten wieder auffüllen. Von daher muss der Disponent, unter der Annahme, dass eine Bestellung unmittelbar durchgeführt wird, abschätzen können, wieviel Lagerbestand zwischen jetzt und der nächsten Wiederaufstockung des Lagerbestands aufgebraucht wird, um garantieren zu können, dass die Häufigkeit von Fehlbeständen auf ein Minimum reduziert wird.

Lassen Sie uns einige, für das Supply Chain Management typische, Beispiele überprüfen:
  • 1 Tag Lieferzeit für Lieferungen am nächsten Tag, für Geschäfte, die ihre Lagerbestandsauffüllungen von einem regionalen Warenlager erhalten.
  • 1 Woche Lieferzeit für Großhändler, die von einem lokalen Hersteller bestellen.
  • 3 Monate Lieferzeit für einen in Asien produzierenden Hersteller mit einem Warenlager in Europa oder Nordamerika.

Nachbestellungszeit

Ein häufiger Fehler bei der Berechnung der Durchlaufzeit ist, die Nachbestellungszeit wegzulassen. Wenn eine Lieferung von einem Lieferanten 3 Tage dauert, aber die Nachbestellung an diesen Lieferanten nur einmal in der Woche ausgeführt wird, muss der Bestand, der am 1. eines Monats bestellt wird, nicht nur bis Donnerstag, dem 4. ausreichen (3 Tage später), sondern bis Donnerstag, dem 11. (10 Tage später - 7 Tage Nachbestellungszeit + 3 Tage Lieferzeit), da keine zusätzliche Bestellung zwischen Dienstag, dem 2. und Sonntag, dem 7. getätigt wird.

Im Lebensmitteleinzelhandel nehmen manche Lieferanten Bestellungen ausschließlich zu bestimmten Wochentagen an. In solchen Situationen muss man beachten, dass die Nachbestellungszeit sich je nach Tag, an dem die Nachbestellung getätigt wird, ändert. Z.B. akzeptiert ein Lieferanten Nachbestellungen immer nur montags und mittwochs, beträgt die Nachbestellungszeit am Montag 2 Tage, doch am Mittwoch beträgt die Nachbestellungszeit 5 Tage.

Summe von Lieferzeit und Nachbestellungszeit

Die Durchlaufzeit ist die Summe aus Lieferzeit und Nachbestellungszeit. Die Durchlaufzeit ist die notwendige Zeit zur Berechnung der Lead Demand, des Sicherheitsbestands oder des Reorder-Points durch direkte Quantil-Prognosen.

Je geringer die Durchlaufzeit, desto höher der Gesamtbestand. Tatsächlich enthält der Gesamtbestand beides, den vorhandenen Warenbestand und die Lagerbestellungen. Längere Durchlaufzeiten erhöhen außerdem die Abhängigkeit des bestellenden Unternehmens von der Prognosengenauigkeit. Tatsächlich gilt, wenn eine Lieferung am nächsten Tag verfügbar ist, können fehlerhafte Bestellungen (zu viel bzw. zu wenig) innerhalb von 2 bis 3 Tagen durch Korrekturmaßnahmen ausgeglichen werden. Im Fall eines Übersee-Versands können fehlerhafte Bestellungen für ein Unternehmen negative Auswirkungen für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten oder sogar länger bedeuten.

Schwankende Durchlaufzeit

Das klassische Sicherheitsbestandsmodell geht davon aus, dass Durchlaufzeit eine Konstante ist, die in den Berechnungen des optimalen Reorder-Points berücksichtigt wird. In der Praxis zeigt es sich jedoch, dass es für bemessene Durchlaufzeiten typisch ist, zu variieren.

Dennoch sind viele falsche Glauben bezüglich des Einflusses der schwankenden Durchlaufzeiten, auf beispielsweise die Berechnung des Sicherheitsbestands verbreitet. Die einzig wichtigen Schwankungen sind die unerwarteten Schwankungen. Finden die Schwankungen auf eine regelmäßige und voraussichtliche Weise statt, z.B. der Lieferanten liefert in zwei Werktagen statt in zwei Kalendertagen, hat diese Schwankung keinen Einfluss auf die Berechnungen zur Bestandskontrolle. Alle Berechnungen der Lead Demand, des Sicherheitsbestands und Reordering-Points sollten die richtige Durchlaufzeit nutzen, die sich im Laufe der Zeit verändert.

Die einzigen Schwankungen der Durchlaufzeit, die, was die Bestandskontrolle betrifft, begründet werden müssen, sind die unerwarteten Schwankungen, die häufig durch eine Verlängerung der Lieferzeit aufgrund von Fehlbeständen seitens des Lieferanten eintreten.

Messung der Lieferzeit

Da die Nachbestellungszeit normalerweise vom Unternehmen, das die Nachbestellungen vornimmt, selbst bestimmt wird, ist dieser Wert praktisch nicht ungewiss. Doch was die Lieferzeit betrifft, geht man davon aus, dass erwartete Veränderung auftreten. Daher ist es wichtig, die Lieferzeit für jede Bestellung und Zustellung zu überwachen. Zum einen erhält man die Möglichkeit die Leistung des Lieferanten zu überwachen. Zum anderen können somit Lagerbestände entsprechend optimiert werden.

Lokad hat die Lösung: Wir konnten beobachten, dass einige Unternehmen ihre Bestellungen nicht richtig mit den Zustellungen abgleichen. Entsprechend ist es nicht eindeutig, ob die gelieferten Artikel, wenn sie beispielsweise täglich bestellt werden, zur Bestellung am Vortag gehören oder es sich um eine verzögerte Zustellung einer früheren Bestellung handelt. Eine genaue Abstimmung zwischen Bestellungen und Wareneingängen ist für die Messung Lieferzeit und folglich auch der Lead Time unerlässlich, um daraus ein Supplier Scorecard zur Lieferantenbewertung zu erstellen.

Literaturhinweise


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