Bestandsgenauigkeit Definition - Software zur Bestandsoptimierung

Definition Bestandsgenauigkeit


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von Joannes Vermorel, Februar 2013

Der Begriff Bestandsgenauigkeit bezieht sich auf sämtliche Abweichungen zwischen dem elektronisch erfassten und dem tatsächlich vorhandenen Lagerbestand. Eine der weit verbreitesten Arten von Bestandsungenauigkeit nennt sich Scheinbestand. Derartige Abweichungen können zu niedrigeren Service-Levels und allgemeinen Buchhaltungsproblemen und finanziellen Verlusten führen.

Bewertung der Genauigkeit des vorhandenen Lagerbestands

Der tatsächlich vorhandene Lagerbestand kann von den elektronisch erfassten Daten aufgrund folgender Ursachen abweichen:

  • Erfassung nicht vorhandener Abläufe
  • Nicht-erfasste Abläufe
  • Nichtübereinstimmungen von Produktcodes
  • Fehlmengen
  • ...

Obwohl die Ursachen vielfältig sind, führen diese Probleme üblichweise zu vorrätigen Lagerbestandsmengen, die vom tatsächlichen Lagerbestand abweichen. Vereinfacht ausgedrückt, stimmt der erfasste Lagerbestand nicht mit der am Lagerort vorhandenen Menge überein.

Die Genauigkeit der Lagerbestände kann anhand einer Vielzahl von Messgrößen bestimmt werden, die mit Prognoseproblemen verknüpft sind. Tatsächlich kann der elektronische Wert des Lagerbestand als eine Schätzung des realen Lagerbestands bezeichnet werden.

Somit ist eine der einfachsten Messgrößen zur Bemessung der Bestandsgenauigkeit der durchschnittliche absolute Fehler (Mean Absolute Error - MAE) mit MAE = | Qe - Qr | wobei Qe dem elektronischen Datensatz und Qr der tatsächlichen Menge entspricht.

Denn wenn die Bestandsaufzeichnungen ziemlich genau sind, kann zudem die Messgröße Trefferquote, sprich der korrekte Prozentsatz der Bestandsaufzeichnungen verwendet werden. Bei großen Ungenauigkeiten hat die Messgröße den Nachteil nicht die Größe einer jeden Ungenauigkeit zu berücksichtigen.

Ausmaß des Problems im Einzelhandel

Die Folgen ungenauer Bestandsaufzeichnungen sind überlicherweise schwerwiegender für Filialen als für Lagerstätten. DeHoratius und Raman (2004) haben die Genauigkeit von Lagerbeständen in über 37 Filialen in den USA umfassend untersucht.

Obwohl eine computergestützte Bestandserfassung auf SKU-Ebene (Stock-Keeping Unit) generell als präzise bezeichnet wird, konnten wir Abweichungen in 65% der fast 370.000 Bestandsaufzeichnungen mehrer Filialen einer führenden Einzelhandelskette entdecken. DeHoratius and Raman (2004)

15% Prozent (fast 55.000) der Bestandsaufzeichnungen von Gamma, wiesen einen absoluten Fehler bei acht oder mehr Einheiten auf, was über der Hälfte der durchschnittlichen Zielmenge für vorhandenen Lagerbestand für diese Artikelposition (SKU) der jeweiligen Filiale enstpricht. Insgesamt belief sich der Wert des aufgrund dieser falschen Aufzeichnungen erfassten Lagebestands auf 28% des Gesamtwerts des vorrätigen Lagberbestands. DeHoratius and Raman (2004)

Obwohl in Warenlagern erhebliche Fortschritte erzielt wurden, bleiben ungenaue Lagerbestände in Einzelhandelsfilialen auch weiterhin ein weitverbreitetes Problem.

Lokad hat die Lösung

Das Aufrechterhalten präziser Bestandsaufzeichnungen ist eine der Voraussetzungen die notwendig sind, um eine zufriedenstellende Bestandsoptimierung zu erreichen. Was nicht bewertet wird, kann auch nicht optimiert werden. Und wenn etwas bewertet wird, muss dies mit Genauigkeit erfolgen. Dennoch zeigt unsere Erfahrung, dass die meisten Einzelhändler in ihren Filialen unter großer Bestandsungenauigkeit leiden. RFID ist möglicherweise eine dauerhafte Lösung für dieses Problem. RFID kann jedoch nicht erkenne, ob ein Produkt beschädigt, deplaziert oder unzugänglich ist.

Referenzen

DeHoratius, N. und A. Raman (2004). “Inventory Record Inaccuracy: An Empirical Analysis.” University of Chicago Graduate School of Business Working Paper.