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Beschreibung

Der Lagerumschlag ist ein verbreitetes Bestandsmanagement-Konzept, das verwendet wird, um die Gesamteffizienz einer supply chain zu beurteilen. Das Verhältnis spiegelt wider, wie oft der Bestand in einem bestimmten Zeitraum erneuert wird, und kann einen nützlichen Hinweis sowohl auf Trends als auch darauf geben, wie gut ein Unternehmen seine Waren kontrolliert. Numerisch wird es als Verhältnis zwischen den Herstellungskosten der verkauften Waren und dem Anschaffungspreis des durchschnittlichen Lagerbestands über denselben Zeitraum berechnet.

In der Regel möchten Einzelhandelsunternehmen, dass dieses Verhältnis so hoch wie möglich ist, da dies darauf hinweist, dass sie nicht zu viel ausgeben, indem sie übermäßig viel Bestand kaufen oder Ressourcen für Artikel verschwenden, die sich nicht verkaufen. Zugleich zeigt es, dass der gekaufte Bestand effektiv abgesetzt werden kann. Diese Kennzahl kann wertvolle Einblicke aus der Perspektive des supply chain management bieten, da SKUs mit niedrigen Lagerumschlagverhältnissen darauf hindeuten, dass ein Unternehmen übermäßigen oder sogar toten Bestand hält, und somit dabei helfen, Artikel zu identifizieren, die abgeschrieben werden sollten.

Demnach gibt der Lagerumschlag Unternehmen ein klares Ziel: den Bestand so oft wie möglich zu drehen, um den Gewinn zu maximieren. Dies führt zu einem Multiplikatoreffekt, der die Fähigkeit eines Unternehmens hervorhebt, mit dem eingesetzten Kapital Gewinn zu erzielen. Allerdings haben Lagerumschlagverhältnisse trotz des weit verbreiteten Glaubens, dass sie ein guter Indikator für die supply chain performance eines Unternehmens seien, ihre Grenzen.

In Wirklichkeit möchten Unternehmen die Marge betrachten, die sie mit einem Produkt erzielen, da dies ein zentraler Faktor ist, der zeigt, auf welche Artikel man sich konzentrieren sollte, um sie so oft wie möglich umzuschlagen. Das Konzept ignoriert außerdem Einschränkungen seitens der Lieferanten, wie Chargengrößen, MOQs und Lieferzeiten, die in der Praxis oft die treibende Kraft hinter den beobachteten Lagerumschlagverhältnissen sind. Zum Beispiel ist es bei ausländischen Lieferanten sinnvoll, höhere Lagerbestände zu halten, da der zur Deckung der gesamten Nachfrage während der Lieferzeit benötigte Bestand höher ist. Daher betrachtet der Lagerumschlag nur einen Durchschnitt und spiegelt nicht die Schwankungen des Bestands und der Aktivität über ein Jahr wider, beispielsweise bei saisonalen Verkaufshöhepunkten.

Abschließend lässt sich sagen, dass eine Perspektive, die nur auf niedrige Umschlagzahlen schaut, recht eng ist und trotz ihres guten Überblicks nicht vollständig erfasst, was üblicherweise als leistungsstarke supply chain wahrgenommen wird. Daher sollten Umschlagzahlen als Ausdruck eines Gleichgewichts zwischen Lagerhaltungskosten und den Kosten von Fehlbeständen betrachtet werden. Obwohl sie wertvolle Einblicke auf hoher Ebene in die supply chain bieten können, erfordert ihre Verfeinerung einen erheblichen Aufwand, der meist nur durch maßgeschneiderte Implementierungen erreicht werden kann.

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